Manchmal kommt es anders als man denkt

Der erste Lauf nach einer gefühlten Ewigkeit

Seit heute sind es nur noch 5 Wochen bis ich mit über 34.000 Menschen an der Startlinie des Berliner Halbmarathons stehen werde.

Leider gibt es schon den ersten Ausfall in unserer Laufgemeinschaft. P. hat von ihrem Arzt ein Laufverbot bekommen, um eine hartnäckige Infektion der Nasennebenhöhlen endlich in den Griff zu bekommen. Sie darf also in Berlin nicht an den Start gehen, will uns aber tapfer an der Strecke anfeuern. Tapfer deshalb, weil ich weiß, wie schwer es als Läufer ist zum Zuschauen verdonnert zu werden und nicht selbst mitlaufen zu können. Bei mir sind in solchen Situationen schon die Tränen gelaufen, so groß war der innere Schmerz, als die Läufer an der Startlinie an mir vorbei liefen und ich selbst nicht starten durfte. Aber das können wahrscheinlich nur Läufer verstehen 😉

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Psychische Erkrankungen sind auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Auch die innovative medizinische Technik, wie Röntgen, Ultraschall und andere Geräte, die das Innere eines Menschen durchleuchten, können meine Monster im Kopf (noch) nicht sichtbar machen. Sie mittels Untersuchungen von Blut- oder sonstigen Körperflüssigkeiten und mit hoher Auflösung mikroskopisch zu entschlüsseln sind bisher ebenfalls gescheitert

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„Mach doch einfach mal Sport“

eigenes Kunstwerk aus Ton

Diesen gut gemeinten Ratschlag hat bestimmt jeder Mensch mit einer depressiven Erkrankung schon mal gehört. Doch wie das so ist mit den meisten Ratschlägen, kommen diese bei betroffenen Menschen oft nicht gut an. Sie erzeugen Druck – und Druck ist wirklich das letzte, was ein Mensch mit einer (tiefen) Depression gebrauchen kann. Den Druck macht er sich innerlich schon selbst, weil er genau merkt, dass er so wie er gerade ist, nicht okay ist und dies noch mehr Scham- und Schuldgefühle auslöst. So verursacht ein gutgemeinter Ratschlag oft genau das Gegenteil, er verstärkt die Depression beim Betroffenen.

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Wegen eines Infekts liege ich im Moment flach und Laufen- überhaupt Sport – ist durch die Bazilleninvasion in meinem Körper einfach nicht drin, wenn ich keine Herzmuskelentzündung riskieren will. Die ersten Tage hatte ich auch wirklich keinen Bedarf mich in irgendeiner Form zu bewegen, denn Schmerzen im ganzen Körper, Schüttelfrost und Fieberschübe ließen mich freiwillig im Bett bleiben – schlafen, einfach nur schlafen. Doch seit 2 Tagen bin ich zwar fieber- und schmerzfrei, doch ich fühle mich noch ziemlich schlapp und körperlich nicht belastbar. Jede Anstrengung löst einen Hustenanfall aus, gefolgt von einem Schweißausbruch. Um es kurz zu machen: Sport ist noch nicht drin 🙁

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Diagnosensammelsurium

Wenn ich gefragt werde, was ich eigentlich habe, weshalb ich Rente beziehe oder warum ich krank geschrieben bin, antworte ich meistens mit dem Wort „Psyche“ oder „Depressionen“. Viele Menschen geben sich damit zufrieden bzw. trauen sich nicht oder wollen nicht weiter fragen. Manchmal mag/ kann ich aber auch nicht mehr ausführlicher antworten.

Natürlich gibt es auch Menschen, die geben sich mit dem einzigen Begriff nicht zufrieden und wollen unbedingt eine Diagnose. Dies sind vorallem Mediziner, medizinisches Personal und Behörden – also alle, die gerne Menschen in Schubladen stecken und als Kostenfaktor sehen.

Und da fängt mein Problem an:

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