Ein Läufertraum wird wahr

Oder: Berlin! Berlin! Wir laufen in Berlin

Berliner Halbmarathon

Ein Läufer-Traum ist wahr geworden: einmal bei einer großen Laufveranstaltung in Berlin durch’s Brandenburger Tor laufen und das zusammen mit meiner Mutter, die dies schon mal erleben durfte und immer noch davon mit großer Begeisterung erzählt.

Unser Aufenthalt in Berlin ist zwar nun schon ein paar Tage her, doch sobald ich die Augen schließe, sehe, spüre und höre ich immer noch die Atmosphäre, die Stimmung als ob ich gerade noch dort vor Ort bin.

Blick auf die Flensburger Förde

Dabei sitze ich gerade in einem dänischen Ferienhaus und lasse in den Schreibpausen meinen Blick auf den Strand und die Wellen der Flensburger Förde schweifen. Dieser Blick, die frische Seeluft und die gemütliche Wärme des Holzofen erzeugen in mir eine himmlische Ruhe und Entspannung, die es mir sehr leicht macht, meinen Bericht über die Tage in Berlin zu verfassen.

Tag 1: Anreise und Ankunft in Berlin

Meine Monster im Kopf bescherten mir mit ihrem Gedankenchaos eine sehr unruhige und kurze Nacht, die mich aber nicht daran hinderte gutgelaunt mit meiner Mutter einen Kaffee im Bett zu trinken, bevor es mit allen nötigen Laufutensilien im Gepäck Richtung Hauptbahnhof ging.

Morgens, kurz nach 8.00 Uhr sitzen meine Mutter und ich also im ICE Richtung Berlin und lassen uns das mitgebrachte Müsli und den frischen Kaffee aus dem Boardrestaurant in den eigens mitgebrachten Bechern (spart 20Ct und Müll) schmecken, um uns für die kommenden 5 Tage in Berlin schon mal kräftig zu stärken. Mit Podcasts über mehr Selbstliebe beim Laufen, die besten Motivationshacks und Umgang mit Nervosität am Raceday stimmten wir uns schon mal auf die kommende Laufveranstaltung ein. Damit verging die Zeit rasend schnell und ehe wir uns versahen, rollte der Zug bei strahlendem Sonnenschein und Frühlingstemperaturen nach knapp 3 Stunden im Hauptbahnhof Berlin ein.

Da wir so früh in unser Hotel, welches nur 3 U-Bahnstationen vom Potsdamer Platz entfernt ist, einchecken konnten, verbrachten wir die Mittagszeit in einem Biergarten bei Cappuccino und unseren selbst mitgebrachten belegten Brötchen in der Sonne. Es war einfach herrlich und meine Monster im Kopf ließen mich diese Zeit auch wirklich einfach genießen, nachdem ich die Gedanken an einen möglichen Reservierungsfehler bei der Hotelbuchung überprüft und für unsinnig zu den Akten legen konnte.

Die grüne Linie zeigt den idealen Wegverlauf beim Halbmarathon an

Auf dem Weg zur U-Bahn Richtung Hotel strahlte das Brandenburger Tor in der Sonne und sofort startete der Film über den kommenden Zieleinlauf beim Halbmarthon im Kopf, bei dem die Phantasie (zumindest bei mir) die Regie führte. Die Absperrungen für Sonntag lagen schon bereit, doch der Autoverkehr floß noch ungestört vorbei und jede Menge Reisebusse spukten unzählige Touristen mit unterschiedlichsten Sprache aus, die für ein wahnsinniges Gewusel um uns herum sorgten. Die Großstadt Berlin halt 😉

Das Einchecken ins Hotel und der Bezug des reservierten Zimmers erfolgten schnell und problemlos, so dass wir unsere Entdeckungsreise der für uns noch unbekannten Berliner Ecken beginnen konnten.

Im Internet sprang mir schon vor längerer Zeit der Holzmarkt ins Auge, den ich unbedingt kennenlernen wollte. Der Holzmarkt ist ein Gelände direkt an der Spree, das eine geschichtsträchtige Vergangenheit hat.

HOLZMARKT – EINE VISION
Der Holzmarkt ist nicht nur eine Straße in Berlin mit bewegter Geschichte. Im Namen sehen wir Zukunft und Programm. Auf dem Holzmarkt denken wir Natur, Wirtschaft und Kultur zusammen. Wir öffnen und schaffen Räume für Kreativität zum Leben und zum Arbeiten. Dort wo heute noch die Narbe zwischen Ost und West sichtbar ist, soll ein lebendiger Kiez entstehen, der Friedrichshain, Kreuzberg und Mitte verbindet. Keine Mauer, kein Zaun versperrt mehr den Blick zur Spree. Der Holzmarkt wird Menschen aus Berlin und der Welt anziehen, erfreuen, inspirieren und zusammenbringen.
Sie finden Ruhe und Spaß, Arbeit und Unterhaltung, können mitgestalten und genießen. Nachhaltigkeit und Wandel sind für uns kein Widerspruch. Wir erzeugen ein Spannungsfeld zwischen moderner Architektur und einem Holzmarkt im Sinne des Wortes. Neue Technologien und Handwerk befruchten sich. Der Holzmarkt lässt Platz für Neues, verharrt nicht statisch. Wir wollen Werte schöpfen, experimentieren, lernen an einem einzigartigen, lebenswerten Ort

mehr Infos und Quelle: www.2holzmarkt.com

Als wir nach kurzer Orientierunslosigkeit dank Google Maps den Eingang zum Holzmarkt entdeckten, waren wir sofort begeistert von den Fleckenchen Erde mit seinen bunten selbstgezimmerten Buden und Häußchen. Bei angenehmer entspannter Ruhe vom Großstadttrubel schmeckte uns die vor Ort gekaufte Apfel-Zimt-Schnecke der Bäckerei Backpfeife nochmal so gut, während wir es uns auf einem ausrangierten Holzböotchen mit Blick auf die Spree gemütlich einrichteten.

Holzmarkt in Berlin

Frisch gestärkt und erholt ging’s mit der S-Bahn zurück zu den Hackeschen Höfen, ein Gewerbeviertel, das durch seine 8 denkmalgeschützten und verschieden gestalteten Innenhöfen bekannt sind. Vor dem Eingang zu den Hinterhöfen tummelten sich jede Menge Touristen und Reisegruppen, die eine Besichtigung dieses Viertels mit auf dem Programm ihrer Stadtrundfahrt hatten. Erstaunlicherweise gab es trotzdem sehr ruhige Ecken, in denen das Gewaber der Stadt und der Menschenmassen außen vor blieb und wir ein bisschen verschnauften. Die Schaufenster der Designerläden und Manufakturen luden zum Gucken ein, doch um dort auch etwas kaufen, fehlte uns einfach der passende Laden 😀

Hackesche Höfe

So langsam meldete der Magen sich mit Hunger und so schlugen wir ganz langsam den Rückweg ein. Unterwegs suchten wir einen bestimmten Designerladen, den wir von unserem letzten Berlintrip kannten, um ein paar gewünschte Mitbringsel zu besorgen, doch der Laden war verschwunden. Auch die Nachfrage bei Google führte uns zu einem weiteren leeren Geschäft, das außer einer alten Leiter und staubigen Abdeckplanen nichts beinhaltete. Ein Ort blieb noch übrig, doch den nahmen wir am nächsten Tag in Angriff, wenn wir sowieso wegen der Startunterlagen in der Nähe sind. Leider schickte uns Google auch bei diesem Ort ins Leere und außer stangenweise Abend – und Brautkleider in einer Fabrikhalle entdeckten wir nichts – von dem Designer keine Spur.

Bevor es zurück ins Hotelzimmer ging, stillten wir unseren Hunger mit mega leckeren Gerichten in einem türkischen Lokal, das sich gleich um die Ecke des Hotels befand. Mit vollem Bauch und zufrieden, beendeten wir den ersten Tag in Berlin, nachdem wir uns für morgen ein Frühstückscafé im Internet gesucht und gefunden hatten.

Tag 2: Startunterlagen abholen und Besuch der Läufermesse

Die Nacht bescherte mir leider wieder viel zu wenig Schlaf. Die Mischung aus Anspannung, Vorfreude und dem Song von Helene F. „Aaaaatemloooos“, den irgendeine Partygang in der näherern Umgebung in Dauerschleife spielte wurde, ließen mich kaum ein Auge zu machen, vor allem meine Monster im Kopf grölten bei jedem mir bekannten Partysong lauthals mit.

Nach dem obligatorischen Kaffee im Bett und dem anschließenden Frühstück im Café um die Ecke, ging`s mit der U-Bahn zum Flughafen Tempelhof, wo in den alten Abflughallen und- gebäuden die EXPO für den Halbmarathon stattfand.

Der Weg zur Halbmarathonmesse

Dort trafen wir auch endlich auf P. und R. mit dem kleinen E., die mit uns gemeinsam das Abenteuer Berliner Halbmarathon angehen wollen und schon im Vorfeld mit uns auf dieses Ereignis hinfieberten (siehe mein Weg zum Berliner Halbmarathon Teil 1, Teil 2, Teil 3)

Nachdem wir den ersten Kontrollpunkt für den Startpass passierten und uns die Helfer das typische Athletenarmband am Handgelenk befestigten, folgten wir problemlos den Hinweisen zur Startnummernausgabe. Sogar der kleine E. bekam ein eigenes Athletenarmband, welches er mit Stolz zeigte und so mit uns in den seperaten Läuferbereich durfte, der für die normalen Besucher nicht zugänglich war. Nach nochmaliger Überprüfung des Startpasses und der Personlien, erhielten wir unsere Startnummern, Zeitmesschip und weitere Infos zu den Themen Halbmarathon, Laufen, Laufveranstaltungen und zu den Sponsoren.

Athletenarmband

Nach dem das offizielle Prozedere abgschlossen war, ging’s endlich zu den vielen Ausstellern und Händlern rund um das Thema Laufen, die jedes Läufershoppingherz höher und schneller schlagen lassen. Okay, mit der Anzahl und Angebote der Messestände beim großen Berlin Marathon im Herbst kann die EXPO des Halbmarathons nicht mithalten, doch ich glaube, dass sich dies noch ändern wird, wenn der Halbmarathon mit seiner neuen Strecke bekannter wird.

Zu meinem Geburtstag erhielt ich von meinem Vater eine größere Finanzspritze, die ich nun auf der EXPO in neue Laufschuhe investieren wollte und so ließen P. und ich uns von den Händlern ihre besten Modelle zeigen, die wir bei kleineren Läufchen durch die Messehallen ausgiebig testeten.

Viele , viele Laufschuhe 🙂

Auch meine Mutter probierte zwischendrin immer wieder welche, während R. mit dem kleinen E. im Kinderparadies Abenteuer erlebte. Doch später, als der kleine E. alleine alle zuständigen Kinderbetreuerinnen beschäftigte und mit seinem Charme alle in den Bann zog, ging auch R. auf große Shoppingtour. 3 Paar Schuhe, 2 T-Shirts, zahlreiche Laufsocken, schmerzreduzierende Plantarsehnenstrümpfe Startnummernmagnete, einer medizinischen Beratung, Mitmachaktionen und zahlreichen Fotos später, verließen wir mit vollen Taschen glücklich und voller Vorfreude das Flughafengelände . Aber nicht ohne vorher noch die verbrauchten Kalorien beim kostenlosen Maultaschentesting aufzufüllen – Shopping macht hungrig.

Flughafen Tempelhof

Doch ein gewisses Loch im Bauch blieb und so verließen wir endgültig das Messegelände, um diese Leere baldmöglichst mit Nahrung zu füllen. Nach einigen Irrfahrten, die uns in unbekannte, aber sehr interessante Ecken von Berlin führten. entdeckten wir zufällig eine günstige Pizzeria, die uns in gemütlicher Athmosphäre mit mega leckeren italienischen Speisen verwöhnte. Satt und zufrieden verließen wir das Restaurant, wo sich unsere Wege nach einer kurzen gemeinsamen U-Bahnfahrt trennten und jede Familie in das jeweillig gebuchte Hotel im anderen Stadtteil fuhren. Doch auch die nächsten Tage setzten wir unser Berlinabenteuer gemeinsam fort.

Tag 3: Frühstück über den Dächern Berlins und „Wettkampfvorbereitungen“

Wieder begann der Tag mit einem, von meiner Mutter organisierten, frischen Kaffee im Bett – eine sehr schöne Tradition, die inzwischen seit langer Zeit besteht; immer wenn wir gemeinsam unterwegs sind oder eine bei der anderen zu Besuch ist.

Fast pünktlich erreichten wir den gemeinsamen Treffpunkt vor dem Reichstag, wo uns P., R. und E. schon mit kurrendem Magen begrüßten. Schon zuhause buchte ich per Internet ein Frühstück über den Dächern von Berlin beim Restaurant Käfer, welches sich neben der gläsernen Kuppel auf dem Dach des Berliner Reichstags befindet. Die Ausweiskontrolle und nachfolgende die persönliche Durchsuchung auf verbotene Gegenstände erfolgten zügig, sodass wir bald mit dem Aufzug, welcher gerade für den kleinen E. spannend war, hoch auf die Dachterasse gebracht wurden. Während auf E. vom Servicepersonal mit Stiften und Malbuch kindgerecht eingangen wurde, wählten wir für uns das Schlemmerfrühstück mit Sekt, O-Saft, Kaffee, Brötchen, Hörnchen, Brot, Schokocroissants, Rührei, verschiedene Käse- und Wurstsorten, Lachs und Marmeladen, sowie weitere Leckereien aus und genossen dabei die herrliche Aussicht auf Berlin.

Schlemmerfrühstück über den Dächern von Berlin

Mit vollem Bauch gingˋs dann endlich auf die gläserne Kuppel und die beiden dazugehörigen spiralförmigen gegenläufigen Rampen , die für E. einen besonderen Reiz ausmachten. Die Sonneneinstrahlung, die zahlreichen Besucher und die Verglasung heizten das innere der Kuppel ganz schön auf, so dass nicht nur ich froh war, etwas zu trinken eingepackt zu haben. Nach den obligatorischen Selfies und Panoramafotos, dem Erkunden des Halbmarathongeländes von oben, gingˋs mit dem Aufzug wieder nach unten, der diesmal deutlich voller war als am Morgen.

Besuch der gläsernen Kuppel
auf dem Berliner Reichstag

Unseren Flüssigkeitsaushalt füllten wir anschließend im nahegelegenen Biergarten auf und planten dabei den morgen Wettkampftag – die Aufregung bzw. Vorfreude lagen dabei bei uns Läufern schon irgendwie spürbar in der Luft.

Während P., R. und der kleine E. noch mehr von Berlin sehen wollten, zogen meine Mutter und ich es vor, unseren Füßen unter dem Fernsehturm auf dem Alexanderplatz noch etwas Ruhe zugönnen. Bei einem alkoholfreien Cocktail genossen wir im Liegestuhl sitzend bei sommerlichen Temperaturen die Sonne und beobachteten die unterschiedlichen Leute, die ihren Weg über den Alexanderplatz nahmen. Zwischendrin entdeckten wir immer wieder andere Halbmarathonteilnehmer, die unverwechselbar am Athletenarmband und/oder an dem roten Starterbeutel zu erkennen waren.

Cocktails unter dem Berliner Fernsehturm

Später, nach einem kurzen Schläfchen und Social Media im Hotelzimmer, ging’s für meine Mutter und mich zum Carboloading beim Vietnammesen – Reis, Hähnchen und Gemüse bilden für mich eine perfekte Grundlage, um auf der morgigen Halbmarathonstrecke bestehen zu können.

Mit immer stärker werden Kribbeln im Bauch und Beinen legten wir zwei uns die Laufutensilien für den morgigen Raceday zurecht und mit Blick auf die morgige Wettervorhersage, die uns perfektes Rennwetter bei strahlendem Sonnenschein voraussagte, durften auch die Sonnenbrillen, sowie die kürzeren Hosen nicht fehlen. Mit so hohen Temperaturen hat keiner von uns Anfang April gerechnet, bei denen wirklich das Sommeroutfit angebracht war, doch das hielt noch seinen Winterschlaf im heimatlichen Schrank. Die Kommunikation mit P. und R. über das beste Rennoutfit und die Füllung des Starter- bzw. Kleiderbeutels erfolgte über die neuen sozialen Medien und wir hatten einen mega Spaß, uns Bilder der bevorzugten Kleiderwahl zu schicken.

Laufklamotten

Jeder einzelne von uns freute sich wahnsinnig auf den morgigen Tag. Sogar P., bei der ein Start beim Halbmarathon aus gesundheitlichen Gründen auf Kippe stand und jetzt soweit fit war, dass sie sich einen Start zutraute ohne ihre Gesunndheit zu riskieren – notfalls würde sie aussteigen.

Tag 4: RACEDAY

Heute war es endlich soweit – der lang geplante und lang ersehnte Tag des Berliner Halbmarathons ist gekommen.

RACEDAY 🏃🏻‍♀️🤘🏻

Rückblickend ist das Jahr seit meiner spontanen Anmeldung wahnsinnig schnell vergangenen und hat doch einiges von mir und meiner Mutter physisch und psychisch abverlangt, uns Energie und Kraft gekostet. Und wieder war es das Laufen, das für eine gewisse Konstanz und Stabilität in den letzten, oft auch chaotischen und turbolenten Monaten gesorgt hat.

Der Traum „gemeinsam durch’s Brandenburger Tor laufen“ rückt heute in greifbare Nähe. Durch meine krankheits- und verletzungsbedingte mehrwöchige Trainingspause, fiel die Jagd auf eine neue Bestzeit für mich von vorne herein aus – ich wollte den Lauf einfach nur genießen und zusammen mit meiner Mutter, den gemeinsamen Traum erfüllen.

Am heuigen Morgen klingelte der Wecker mich sehr zeitig aus meinem wieder sehr schlechten Schlaf, den meine Monster im Kopf mit ihren Horrorfilmen über ein zerbombtes Berlin verursacht hatten. „Wie sollte ich mit diesem Schlafmangel nur einen 21,1km Wettkampf bestehen?“

Als meine Mutter mit dem frischen Kaffee in der Hand an unsere Zimmertüre klopfte, versuchte ich meine Müdigkeit zu ignorieren, in dem ich mit verschlafenen Augen in den blauen Himmel und in Richtung der ersten hellen Sonnenstrahlen blinzelte. Mein Läuferfrühstück bestand aus einer Probepackung Schokomüsli und 2 kleinen Bechern Naturjogurt, während meine Mutter ihr Honigbrötchen mehr oder weniger genüßlich runterschluckte. Wir waren beide doch etwas angespannt, doch die Freude über den bevorstehenden Lauf überwog.

Nach Kaffee, Frühstück, einer von noch vielen folgenden Toilettengängen machte wir uns auf Richtung Veranstaltungsgelände zwischen Reichstag, Brandenburger Tor und der Straße des 17. Juni . Die Startnummer galt heute als Fahrkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel und so vermehrten sich die Halbmarathonteilnehmer von Station zu Station, wie unschwer an der Startnummer, den Chip am Fuß und dem gefüllten Kleiderbeutel in der Hand zu erkennen war. Am Potsdamer Platz leerte sich die U-Bahn schlagartig und wir strömten gemeinsam mit tausenden motivierten Läufern Richtung Reichstg, hinter dem sich auf Höhe des Weges zum Hauptbahnhof, der Eingang zum Teilnehmerareal befand.

Viel zu früh am vereinbarten Treffpunkt warteten meine Mutter und ich auf P. und R., beobachteten dabei den bunten Strom an den unterschiedlichsten Läufern, der sowohl vom Hauptbahnhof als auch vom Reichstag kommend, einfach nicht abreissen wollte und so langsam bekam ich eine Ahnung davon, mit welchen Massen an Läufern ich rechnen musste – es war wirklich eine mega Großveanstaltug, die mit den Läufen, an denen ich bisher teilgnommen hatte, nicht mehr vergleichbar waren.

Sowohl meine Nervosität als auch meine innere Anspannung machten sich bei mir unangenehm bemerkbar und ich war echt froh, meine Mutter bei mir zu wissen, die für mich eine gewisse Sicherheit bot. Die vielen Menschen sorgten doch für ein mulmiges Gefühl bei mir, dass bei meinen Monstern im Kopf nicht gut ankam und mir „lass uns lieber wieder gehen“ ins Ohr brüllten.

Gottseidank erreichten in diesem Moment auch P. und R. den vereinbarten Treffpunkt und sorgten für Ablenkung von den nervigen Bedenkenträgern in meinem Kopf. Gemeinsam passierten wir erfolgreich die Taschen-, Startnummer- und Athletenbandkontrolle und folgten dem gut ausgeschilderten Weg zur Taschenaufbewahrung. Trotz der Menschenmassen ging es erstaunlich schnell und problemlos den passenden und startnummerabhängigen LKW-Anhänger zu finden und den Kleiderbeutel bei den sehr hilfsbereiten und freundlichen Helfern, abzugeben.

Kleiderabgabe

Nach der Kleiderabgabe liefen wir weiter mit dem nicht enden wollenden Läuferstrom Richtung unserem Startblock, dessen Zugang auch von freundlichen, aber gewissenhaften Helfern kontrolliert wurde, ob wir auch berechtigt waren, von dort aus zu starten. Da wir 4 aus den Vorjahren ähnliche Ergebnisse beim Halbmarathon erzielten, durften wir im gleichen Block E starten und konnten gemeinsam die unverwechselbare Startatmosphäre mit Blick auf die Gold-Else (Siegessäule) geniesen.

Startbereich

Die Skater und Handbiker rollten schon auf der Strecke, als der typische Startsong des Berliner (Halb-) Marathons erklang und der Moderator gemeinsam mit 10000 von Läufern, die letzten 10 Sekunden bis zum Startschuss runterzählte……. 3 – 2 – 1 – GO mit einem großen Jubel und Applaus, stieg eine Traube von roten Lufballons in den blauen Berliner Himmel und der erste Startwelle mit den Profis ging auf die 21,1 km lange Strecke durch Berlin.

Aufgrund der Vielzahl an Läufern erfolgt der Start in 4 Wellen in einem Abstand von 10 min, vergleichbar mit der Blockabfertigung an der Grenze. Wir starteten aus Block E mit der 3. Startwelle: genug Zeit um dieses Gänsehautgefühl beim Abspielen des Intros noch ein wenig genießen zu können. Ich will endlich loslaufen!!! Die Spannung war kaum noch auszuhalten.

Marathon Intro
Gänsehaut pur

Endlich forderte der Moderator unseren Block auf Richtung Startlinie vorzurücken – das INTRO begann und wir zählten mit Tausenden von anderen Läuferkehlen lauthals die letzten Sekunden des Coutdowns mit. Das ein oder andere Tränchen gesellte sich zu der bereitsvorhandenen Gänsehaut – Emotionen pur! Wir wünschten uns gegenseitig mit einer festen Umarmung viel Spaß und Erfolg beim Lauf.

Countdown

4 – 3 – 2 – 1 – GO!!!! Mit großen Applaus und Jubel der Zuschauer und anderen Läufer überquerten wir nun endlich ebenfalls die Startlinie, die Gold-Else fest im Blick. Das Piepsen beim Starten des GPS auf der Läuferuhr , mischte sich mit den Tausenden Tonsignalen, die beim Überlaufen der Zeitmessmatten entstanden – ein wahres Piepskonzert.

Endlich auf der Strecke versuchte ich meinen Laufrhythmus zufinden, was aber aufgrund der mitreißenden Trommeln der Sambaband gar nicht so leicht war. Ich orientierte mich an meiner Mutter, schließlich hatten wir vereinbart, die Strecke gemeinsam zu absolvieren. Kurz nach der Siegessäule überholte uns R., der mit einem fetten Grinsen im Gesicht den Lauf auch sichtlich genoß.

Auch P. stieß kurze Zeit später zu uns und lief bis ca. Kilometer 10 mit. Irgendwann verloren wir sie dann bei einer Getränkestelle aus den Augen – anscheinend aktivierte die supertolle Rennathmosphäre ihre Läuferbeine und sie zog in ihrer Wohlfühlgeschwindigkeit davon.

An der Strecke standen zahlreiche Zuschauer, die jeden Läufer begeistert anfeuerten und Kinder, die ihre kleinen Hände uns entgegenstreckten und abgeklatscht werden wollten. Im Gegensatz zu meiner Mutter, die sich die Strecke mit Straßen und Sehenswürdigkeiten im Vorfeld eingeprägte, freute ich mich nach jeder Kurve über die neue Ansicht, die sich bot. Ich kann nämlich beim Laufen nicht denken, was ja bei meinen Monstern im Kopf ein entschiedener Vorteil ist, da die dann einfach mal die Klappe halten.

Ich hatte also keinen Plan, wo genau auf der Strecke wir uns befanden, doch wenn andere Läufer stehen blieben und ihr Handy für ein Selfie zückten, musste dort wohl eine Sehenswürdigkeit sein – die Organisatoren bezeichneten die Veranstaltung als Sightseeing Halbmarathon mit den meisten Sehenswürdigkeiten auf der Strecke.

Vorbei am Checkpoint Charlie

Für mich zählte, wie man so schön sagt, das „Hier und Jetzt“, ich genoß die Atmosphäre, die Anfeuerungsrufe der Zuschauer, die Bands mit ihrer Livemusik sowohl bei den Läufern als auch bei den Zuschauern für Stimmung sorgten. Kinderhände wollten abgeklatscht werden und auch ich bedankte mich bei den Bands mit eine kleinen Applaus beim Vorbeilaufen.

Ein Auge behielt ich dabei immer bei meiner Mutter, für die ich bei diesem Rennen der Hase sein durfte (Pacemaker). Zu meinen Aufgaben dabei gehörte, das passende Tempo zu finden und zu halten, ohne meine Mutter zu über- oder unterfordern, ihr bei den Getränkeausgabestellen einen Becher mit Wasser zu besorgen, während sie ohne Unterbrechung ihres Laufrhythmus weiterlief. Auch das Anzeigen von Hindernissen oder des idealen Laufwegs, sowie motivierende Worte, nahm ich sehr ernst. Immer wieder entdeckte ich auch die offiziellen Fotografen und wir rissen die Arme hoch, grinsten in die Kamera – schließlich wollten wir ja später ein geniales und cooles Läuferbild von uns.

So verflogen die Kilometer nur so einfach und wir liessen Zeitmessmatte um Zeitmessmatte für die Zwischenzeiten hinter uns und näherten uns mehr dem Brandenburger Tor – das Ziel unseres Traums. Noch einmal um die Ecke und die von der Sonne beleuchtete Quadriega tauchte hinter dem Plastiktorbogen mit der Aufschrift „IHR SEID HELDEN“ auf. Mit Tränen vor lauter aufsteigenden Emotionen in den Augen ergriff ich die Hand meiner Mutter und wir liefen gemeinsam aufˋs Brandenburger Tor zu. Nur noch ein paar Meter trennten uns vor den stattlichen Säulen – mit hochgestreckten, aber immer noch Hand in Hand, Armen durchliefen wir den mittleren Torbogen aufˋs nur noch 100m entfernte Ziel zu. Wie ausgemacht, sprintete ich die letzten Meter alleine mit Vollgas über die Ziellinie und ein paar Sekunden später fielen wir uns wieder überglücklich und voller Glückshormone wieder in die Arme.

Hier geht´s zum Gastbeitrag meiner Mutter und ihre Sicht auf den Lauf durch die Berliner Innenstadt

Glücklich ins Ziel

Gemeinsam schoben uns die Menschenmassen im Zielbereich Richtung Medaillenausgabe, wo uns stra7hlende Helfer die ersehnte Medaille um den Hals hängte und die wir mehr als stolz in Empfang nahmen.

die ersehnte Medaille

Dann kam leider der unangenehmste und weniger schöne Teil der sonst top organisierten Laufveranstaltung. Es wurde eng, sehr eng -in einem mit Schutzzäunen umgebenen Korridor, schoben sich die immer mehr werdenden Finisher Richtung Zielverpflegung. Ich fühlte mich eingepfercht, doch kein Ausgang, keine Lücke im Zaun war in erreichbarer Nähe. Das Gedränge wuchs weiter an und wir hatten massive Schwierigkeiten überhaupt an die Getränkestationen zu kommen. Die Helfer gaben sich wirlich Mühe alle Läufer zu versorgen, doch gerade die Teilnehmer in der Mitte des Korridors hatten kaum eine Chance, an die am Rand stehenden Verpflegungstische zu kommen. Doch Läufer halten zusammen und so wurden Becher weitergereicht, Bananen in die Menge geschmissen, damit auch diejenigen etwas abbekamen, die nicht aus egener Kraft die Ausgabe ereichten. Der Boden war inzwischen übersät von Bananenschalen, leeren Trinkbechern und Resten von klebrigen Energydrinks, da die aufgestellten Mülleimer genauso wenig von vielen erreichbar waren wie zuvor die Ausgabestellen oder bereits überquollen.
Immer noch drückten von hinten weitere Teilnehmer nach und in der Menge kollabierten inwischen die ersten Läufer. Endlich hatte die Security ein Einsehen und öffnete den Zaun – LUFT! Endlich Luft. Sofort entspannte sich alles und der eingequetschte Läuferklumpen löste sich auf.

Auf dem jetzt freien Weg holten wir auch P. wieder ein und begaben unsgemeinsam Richtung Kleiderabgabe, wo auch schon R. auf uns wartete. Ich kann gar nicht sagen, wer von uns das breiteste Grinsen im Gesicht hatte, nur bei meiner Mutter war eine leichte Enttäuschung über die erreichte Zielzeit zu spüren. Sie hat wirklich alles gegeben und ich bin wahnsinnig stolz auf sie, dass sie in einem Alter, wo viele schon froh sind, sich überhaupt noch bewegen können, bei solchen Veranstaltungen mit mir mitläuft und das mit Spaß, Freude und vor allem schmerzfrei. Nach ein paar aufbauenden Worten, konnte sie auch wieder lachen.

Die Finisher-Selfies sorgten auch schnell für gute Laune sowie für eine ausgelassene Stimmung bei uns vier und wir überschugen uns beim Erzählen mit den Erlebnissen auf der Strecke. Das Grinsen im Gesicht dauert auch immer noch jetzt bei uns allen an. Da es als Zielverpflegung nur Bananen gab (ich hasse Bananen) nahm ich den Energieriegel von P. als erste Nahrungsaufnahme nach dem Lauf dankend an. Irgendwie fehlten im Ziel für mich Äpfel oder anderes Obst, sowie Kuchen oder Salzstangen, wie ich es von anderen Laufveranstaltungen her kannte. Schade, ich hatte mich so auf Kuchen gefreut.

So tauschten wir schnell die verschwitzte Läuferkleidung in trockene Kleidung und suchten gemeinsam den Ausgang aus dem abgesperrten Bereich. Dort verabschiedeten wir uns, nach dem obligatorischen Medaillen-Bild vor dem Reichstag, von P. und R., die den kleinen E. baldmöglichst wieder in Empfang nehmen wollten. Meine Mutter und mich zog es nochmal zum Brandenburger Tor, das immer noch abgesperrt war, obwohl schon alle Läufer im Ziel waren. Komisch! Immer mehr Kameramänner positionierten sich vor dem Brandenburger Tor, wo ein ungewöhnlches Grüppchen in orangener Laufkleidung auf Anweisungen zu warten schien. Irgendwann setzte sich diese Gruppe teils laufend, teils taumelnd, der größten Kamera folgend, unter großen Applaus und Jubel der Zuschauer in Bewegung. Das Gerücht, dass hier ein Film mit einem berühmten Schauspieler gedreht wurde, machte unter den Zuschauern die Runde. Also falls irgendwer von euch Lesern, einen Film im Kino oder im TV, bei dem der Berliner Halbmarathon eine Rolle spielt, sagt mir bitte Bescheid.

Gönnung: Kuchen am Brandenburger Tor

In einer Bäckerei hinter dem Brandenburger Tor, gönnten wir uns endlich den wohlverdienten Kuchen und beobachten dabei die Läufer, die teils mit schmerzverzerrten Gesicht und steifen Beinen, aber immer mit Medaille um den Hals, an uns vorbei liefen, während wir es uns im strahlenden Sonnenschein schmecken ließen. Die Sonne bruzzelte uns schnell Farbe ins Gesicht, bis es auch für uns Zeit wurde, zurück ins Hotel zu fahren, um noch vor dem gemeinsamen Abendessen mit P., R. und E. zu duschen und uns ein kleines Nickerchen zu gönnen.

Bei leckeren Burgern und Pommes füllten wir unsere Speicher wieder auf und ließen das heutige Erlebnis nochmal Revue passieren. Aus einer ziemlich anonymen Internetbekanntschaft sind Freunde geworden und so träumten und planten wir an diesem Abend noch mal irgendwo gemeinsam bei einer Laufveranstaltung an den Start zu gehen. Vielleicht sogar nochmal Berlin…

Energiespeicher auffüllen mit einem
seeeehr leckerem Burger

Aus einem gemeinsamen Finisher-Drink, um auf das heutige tolle Ereignis anzustoßen und noch ein wenig zu feiern, wurde leider nichts. Sowohl das Burgerrestaurant, als auch die Lokale in der Nähe, schenkten entweder keinen Alkohol aus oder E. hatte keinen Zutritt. Auch die Hotelbar war wegen fehlendem Personal außnahmsweise heute geschlossen und da E. langsam quengelte, zogen wir es vor in einem kleinen Getränkeladen am Eck, für jeden von uns die bevorzugte Flüssigkeit zu besorgen und im jeweiligen Hotelzimmer per Video virtuell nochmal anzustossen. So verabschiedeten wir uns von den 3en und zogen uns ins Zimmer zurück. Müde und zufrieden fielen wir beide ins Bett, wo wir noch eine zeitlang über den heute wahrgewordenen Traum sprachen – „zusammen durchˋs Brandenburger Tor laufen“

Ein Traum wird wahr:
gemeinsam durch’s Brandenburger Tor

Tag 5: Schifffahrt auf der Spree und Heimfahrt

Die letzte Nacht in Berlin änderte wieder nichts an meinen Schlafstörungen – zu viele Gedanken, darunter aber viele schöne und angenehme, sausten durch meinen Kopf und meine Monster projizierten dazu die dazugehörigen Bilder und Filme auf meine innere Kinoleinwand. Leider kein zusammenhängender Film, sondern ein Chaos aus Einzelbilder und Szenenfetzen, die sich mit der spürbaren vorausgegangen Anstrengungen in den Beinen mischte. Keine besonders gute Voraussetzung für erholsamen Schlaf.

Mit unserem morgendichen Ritual „but first coffee“, also ein Kaffee im Bett starteten wir in den letzten Tag unsres Berlinabenteuers. Sowohl die ersten Schritte meiner Mutter, als auch meine, wirkten etwas ungelenk und steif – der Muskelkater kündigte sich in den Oberschenkeln an, der vor allem später beim Treppe runter gehen, sehr schmerzhaft zunahm. Der Schmerz geht, der Stolz bleibt!

Aufgrund der Messeerungenschaften liessen sich unsere Koffer nur noch mit Mühe schließen, doch mit vereinten Kräften verstauten und verteilten wir unsere alten und neuen Habseeligkeiten in Rekordzeit, denn schließlich erwarteten uns die hungrigen Mägen von P., R. und E. sehnsüchtig in ihrem Hotel. Gemeinsam ging es heute zum Frühstücken ins Casino der DB, das sich gleich nebenan befand.

Als alle satt und zufrieden den Bauch gefüllt hatten, zogen wir los Richtung Schiffsanlegestelle, um eine für müde Läuferbeine erholende Rundfahrt mit einem Ausflugsboot auf der Spree zu machen. Richtig geplant, welche Sightseeingangebote wir genau nutzen wollten, hatten zuvor nicht und so enterten wir das erste Schiff, das in dem Moment anlegte, als wir an der Anlegestelle ankamen. Erst als wir an Deck waren und der Kapitän bereits wieder abgelegt hatte, bekamen wir die Info, dass die Tour zum Schloß Charlottenburg führt und nach 2,5 Stunden wieder am Ausgangspunkt ankommt. Glück gehabt – schließlich hätte es auch die 5 Stunden Rundfahrt durch alle Kanäle der Spree sein können, die dann die Heimfahrt mit dem Zug in Gefahr gebracht hätte. Doch so konnten wir wieder bei herrlichsten Frühlingswetter auf dem Sonnendeck des Ausflugsbootes die Infos über die Sehenswürdigkeiten aufnehmen und ganz entspannt den Blick auf das rechte und linke Ufer der Spree geniessen.

Bootstour auf der Spree

Mit der Zeit bemerkte ich, dass mein innerer Anteil, der sich für die Organisation und Struktrierung der letzten Tage zuständig fühlte, ziemlich erschöpft war und ich Probleme bekam, mich auf meine Umgebung und die Erzählungen meiner Mitmenschen zu konzentrieren. Immer wieder verlor ich den Faden und zog es dann vor, mir eine Pause zu gönnen und für mich allein die Rundfahrt mehr oder weniger zu erleben. Hin und wieder ging ich mit dem kleinen E. auf Entdeckungstour des gesammten Schiffes. Diese kindliche Neugier und Unbefangenheit taten meinem gestressten und überstrapazierten Anteil mehr als gut, da ich die Umgebung nun mit den Augen eines Kindes wahrnahm. Allein der Weg zur Bordtoilette war für uns ein großes Abenteuer und das rauschende Wasser beim Spülvorgang faszinierte uns total (mein inneres Kind war begeistert und jubelte lautstark mit).

Wieder zurück am Ausgangspunkt, versorgten wir uns beim nahegelegenen Bäcker mit Kaffee, Kuchen, Teilchen und Getränken, um uns an der sehr schön gestalteten Anlegestelle nochmal für die nun anstehende Zugfahrt nach Hause zu stärken. Für den sogenannten „Medaillen Montag“, an dem in den sozialen Netzwerken stolz die errungene Medaille von den sonntäglichen Wettkämpfen präsentiert wird, studierten wir gemeinsam eine kurze Choreographie, die ich anschließend zu einem kurzen, aber überraschenden Filmchen verarbeitete – sogar der kleine E. machte mit.

🏅🏅 Medaillen – Montag 🏅🏅

Dann war es Zeit Berlin Lebewohl zu sagen, unsere Koffer aus der hoteleigenen Gepäckaufbewahrung zu holen und ein letztes Mal mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof zu fahren. Die Rückfahrt verging wieder wie im Flug: die kurzweiligen und mega interessanten Geschichten von R. über und rund um den Schienenverlauf ließen, trotz längerer Fahrzeit aufgrund einer Streckensperrung, keine Langeweile im Abteil aufkommen und ehe wir es uns versahen, rollte der Zug wieder in der Heimat ein.

Ein paar Schlussworte

Ein superschönes Berlinabenteuer geht zu Ende und aus Fremden sind echte und liebenswerte Freunde geworden, die ich nicht mehr missen möchte –

Laufen verbindet

Der nächste gemeinsame Urlaub im Herbst ist schon vereinbart und auch die Registrierung für den Berliner Halbmarathon 2020 ist eine beschlossene und Sache!!! Inzwischen sogar fest gebucht!!

4 Kommentare

  1. Das Lesen deines Berichtes zu eurem Berlin-Halbmarathon hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich bis zum Ende durchlesen musste! Mit all den liebevoll gestalteten Fotos und Geräuschen hatte ich fast das Gefühl, dabei gewesen zu sein. Ich kann sehr gut verstehen, dass euer Grinsen noch anhält und der nächste Termin bereits gebucht ist. Beneidenswert schön!! Congratulations!!!!

    1. Das freut mich wirklich, dass sogar bei dir als Nicht-Läuferin mein Berlin Erlebnis so gutankommt und du meine Glücksgefühle fast live miterleben konntest. Vielen lieben Dank dafür🤗🤗.

  2. Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Finish. Dein Bericht ist wirklich toll und ich habe mich sofort an mein eigenes Berlin-Erlebnis erinnert. 2016 bin ich dort meinen ersten Marathon gelaufen. Die Gänsehaut, die ich dort beim Zieleinlauf hatte, habe ich gerade beim Lesen nochmal gefühlt.

    1. Dankeschööön für deine Worte. Durch dieses Tor zu laufen ist schon ein besonderes Erlebnis und ich glaube dir sofort, dass dies heute noch mit einem Gänsehautgefühl bei dir nachwirkt.

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